Corona-Lockdown im Kreis Gütersloh: Kinder und Eltern brauchen eine Lösung.

Schulen und Kitas sind geschlossen. Wie kann es verlässlich weitergehen?

Nachdem am 16.06.2020 mehrere hundert Mitarbeiter in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, schloss der Kreis Gütersloh alle Schulen und Kitas im gesamten Kreisgebiet. Wie in den Monaten vorher gibt es nur eine Notbetreuung.

Von heute auf Morgen waren die Familien wieder auf sich allein gestellt, um mit der unvorhergesehenen Situation fertig zu werden. Eine sachlich fundierte Begründung für diese harte Maßnahme gibt es bisher weder vom Kreis Gütersloh noch vom Land Nordrhein-Westfalen. Bis heute ist nicht klar, welche Kindertagesstätten und Schulen von dem Ausbruchsgeschehen überhaupt konkret betroffen waren oder sind.


Wir werden – bis ein Impfstoff gefunden ist – noch etliche Zeit mit dem Corona-Virus und seinen Gefahren leben müssen. Schulen und Kindertagesstätten im Kreis Gütersloh haben zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus bereits umfassende Hygienemaßnahmen und -regeln getroffen.
Für die Zukunft muss es nachvollziehbare und sachgerechte Handlungskonzepte auf Kreisebene geben, wenn es zu Infektionen gekommen ist.

Lösungen in der Corona-Krise im Kreis Gütersloh bedeuten für mich:

  • Wenn Kinder, die Schulen oder Kitas besuchen, mit dem Corona-Virus infiziert sind, müssen zeitnah alle anderen Kinder in der betroffenen Gruppe bzw. Klasse – für die Eltern kostenfrei – getestet werden. Dies gilt auch für die Beschäftigten.
  • Schnelles Handeln ist selbstverständlich. Es muss für jede Kommune, für jede Schule und Kindertagesstätte im vorhin klar sein, wer die Testungen vornimmt und wem die Ergebnisse gemeldet werden. Im Idealfall werden die Testungen in den Kindertagesstätten und Schulen durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes durchgeführt.
  • Wenn es zur Unterbrechung von Infektionsketten notwendig ist, Gruppen oder Klassen zu schließen, müssen die Eltern diese Informationen schnellst möglich erhalten, um sich darauf einstellen zu können.
  • Ein Anspruch auf Notbetreuung für Kinder aus Familien, für die keine Quarantäne angeordnet wird, muss sich an den Interessen der Familien orientieren und nicht daran, welchen Beruf die Eltern ausüben.
  • Für die Eltern muss es eine unabhängige Clearingstelle geben, um ihre Interessen bei der Feststellung des Betreuungsbedarfs einbringen zu können.
  • Für alle Schulen muss es, wenn es zu Schließungen von Klassen oder gar der ganzen Schule kommt, verbindliche Konzepte für das Homeschooling geben. Durch Homeschooling darf es nicht zu Benachteiligungen im Bildungsweg kommen.
  • An der Erstellung der Handlungskonzepte werden die Eltern- und Schülervertretungen, aber auch die Kommunen des Kreises Gütersloh beteiligt.
  • Kindertagesstätten und Schulen, bei denen es keine konkrete Gefahr für die Ausbreitung des Coronavirus gibt (zum Beispiel: wenn in der Einrichtung niemand infiziert oder unter Quarantäne ist), werden schnellst möglich wieder geöffnet.