„Dieses Krisen(miss)management wirft Fragen auf“

Marion Weike fordert eine bessere Aufklärung des Infektionsgeschehens bei der Firma Tönnies

 

Die Bürgermeisterin und SPD-Landratskandidatin Marion Weike übt deutliche Kritik am bisherigen Umgang mit den Coronazahlen im Kreis Gütersloh: „Der Landrat des Kreises Gütersloh hat am Mittwoch mitgeteilt, dass es bei der Firma Tönnies zu mehr als 400 zusätzlichen Coronainfektionen gekommen ist. Mittlerweile wissen wir, dass 657 Mitarbeiter positiv getestet wurden. Um die Gesundheit dieser und der weiteren 7.000 Mitarbeiter und deren Familien mache ich mir große Sorgen und wünsche den Infizierten eine schnelle Genesung.“ Leider hätten sich die immer wieder geäußerten, vor allem bei der letzten Kreistagssitzung deutlich werdenden Zweifel am Krisenmanagement des Landrates bestätigt. Erst am Montag, so Weike, habe man wieder mit den Testungen begonnen, obwohl die Infektionsrisiken in der Fleischindustrie hinlänglich bekannt gewesen seien. Anderswo, wie zum Beispiel in Dissen im Landkreis Osnabrück, habe die Kreisverwaltung mit Blick auf den Zerlegebetrieb Westcrown konsequent reagiert und den Betrieb – ganz im Sinne des Schutzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Bevölkerung – stillgelegt. Weike: „Mit Blick auf die Firma Tönnies haben wir außer Beschwichtigungen wochenlang nichts zu hören bekommen. Landrat Adenauer muss zeitnah und transparent erklären, warum er dieses Desaster nicht verhindern hat. Dieser sprunghafte Anstieg wird schließlich kaum über Nacht gekommen sein. Außerdem passiert er in einer Zeit, in der die Zahl der Neuinfektionen in den (süd-)osteuropäischen Ländern deutlich zurückgeht. Das alles wirft Fragen auf, verantwortungsvolles Handeln sieht anders aus.“

 

„Nicht umsonst haben wir in den vergangenen Wochen mehrfach die Testungen kritisch hinterfragt“, sagt SPD-Kreisvorsitzender Thorsten Klute. „Die Antwort des Landrats, in der er uns als ‚armselig‘ und ‚‘schwach‘ bezeichnet hat und uns zu verstehen gab, dass unsere Fragen einem Faktencheck nicht standhalten würden, hat uns überrascht. Seit gestern wissen wir: Der jüngste Faktencheck in Form von Testergebnissen hat unsere Befürchtungen sogar übertroffen. Es wäre dringend erforderlich gewesen, früher zu handeln. Jetzt müssen Eltern, Kinder und nicht zuletzt der Wirtschaftsstandort Ostwestfalen-Lippe darunter leiden.“

 

Marion Weike: „Ausbaden müssen es nun die Kinder und die Eltern, die durch die vom Landrat verfügte Schließung der Schulen und Kindertagesstätten im Kreis Gütersloh erneut vor großen Herausforderungen stehen. Genau deshalb sind nun gute Lösungen und eine wirkungsvolle Krisenprävention gefordert. Ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens würde uns sehr hart treffen. Trotzdem müssen wir auch für diesen, hoffentlich nicht eintretenden Fall  gewappnet sein, um wachsende soziale Ungerechtigkeiten durch Schul- und Kitaschließungen zu verhindern und die Folgen für die lokale und regionale Wirtschaft so gering wie möglich zu halten.“